Feuerkreis Lieder
August der Schäfer - Kommentar
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Entliehen von der Deutschen Jungenschaft Köln
texte von franz-josef degenhardt zu interpretieren, ist nicht ganz so einfach wie beim klassischen "bündischen" fahrtenlied...
vom rauch dort wissen wir nichts und riechen auch nichts Quelle: Robert Merle, "Der Tod ist mein Beruf", 1952, Roman auf der Grundlage der Tagebücher von Rudolf Höß, KZ-Kommandant von Auschwitz ... « Der ekelerregende Geruch, den wir in Culmhof eingeatmet hatten, verbreitete sich sogleich über das ganze Lager, und ich bemerkte, daß er sogar wahrnehmbar war, wenn der Wind von Westen wehte. Kam der Wind aus Osten, verbreitete er sich noch weiter, bis zum Ort Auschwitz und darüber hinaus bis Bobitz. Ich ließ das Gerücht verbreiten, in unserm Bezirk wäre eine Gerberei errichtet worden. und von ihr kämen diese Ausdünstungen her. Aber ich brauchte mich keiner Täuschung über die Wirksamkeit dieser Legende hinzugeben. Der Geruch in Verwesung übergebender Häute hatte wirklich nichts gemein mit dem Gestank brenzligen Fettes, verbrannten Fleisches und versengter Haare, der aus den Gräben aufstieg. Ich dachte mit Besorgnis daran, daß es noch schlimmer sein würde, wenn die Hochöfen meiner vier riesigen Krematorien alle vierundzwanzig Stunden lang ihren pestilenzialischen Qualm über die Gegend ausspeien würden. » ... heraus mit dem Gold aus dem Mund Quelle: Miklos Nyiszli, "Sonderkommando in Auschwitz. Zeugnisse und Berichte" 1962 Der zitierte Bericht stammt von einem Juden aus Siebenbürgen, der von Mengele dazu ausersehen wurde, eine Art Assistentenrolle für ihn zu spielen. Diesem Umstand verdankte er sein Leben. Alle anderen Häftlinge, die den für die Arbeit in den Krematorien zugeteilten Sonderkommandos angehörten, wurden später umgebracht. Er selbst konnte nach der Befreiung den Bericht verfassen und starb - schon schwerkrank - Anfang 1945. ... « Nun folgt die „Auswertung”. Menschenhaar ist ein wertvolles Material, da es sich gleichmäßig und unabhängig vom Feuchtigkeitsgehalt der Luft ausdehnt und wieder zusammenzieht. Es wurde wegen dieser seiner Eigenschaft häufig für den Auslösemechanismus von Zeitzünderbomben verwendet. „Das Dritte Reich kennt keine Goldwährung. Unsere Währung ist die Arbeitskraft jedes einzelnen Volksgenossen!” Seit Bestehen des Naziregimes wird dieser Satz in die Welt hinausposaunt und in den Zeitungen verkündet. Was wir hier sehen, dürfte der Wahrheit wohl näherkommen: Das aus acht Mann bestehende Kommando der Zahnzieher wartet vor den Öfen. In einer Hand haben sie ein Brecheisen, in der anderen eine Zange zum Zahnziehen. Man dreht die Toten mit dem Gesicht nach oben, öffnet ihren Mund und entfernt Goldzähne und Brücken. Es geht rasch und schonungslos vor sich. Die Zähne werden herausgebrochen, nicht erst gezogen. Dabei sind die Männer dieses Kornmandos durchwegs hervorragende Zahnärzte und Kieferchirurgen. Dr. Mengele hat ausdrücklich verlangt, daß sich hier nur erstklassige Spezialisten melden sollten. Und sie haben sich gemeldet, weil sie Arbeit in ihrem Beruf erhofften, so wie ich. Die Goldzähne werden in ein Salzsäurebad gelegt, um die daran haftenden Fleisch- und Knochenreste wegzuätzen. Was man sonst noch an Gold- und Wertgegenständen an den Leichen findet - Perlen, Halsketten, Armbänder und Ringe -, wird in eine dafür bestimmte, fest verschlossene Kiste durch eine Öffnung im Deckel geworfen. Gold wiegt schwer - ich schätze, daß sich in den Krematorien täglich acht bis zehn Kilo ansammeln. Natürlich hängt das von den Transporten ab. Es gibt arme und reiche, je nachdem, woher sie kommen. Die Transporte aus Ungarn sind völlig ausgeplündert, wenn sie die Juden-Rampe betreten. Die holländischen, tschechischen und polnischen Juden, obwohl sie etliche Jahre im Getto gelebt haben, konnten ihre Goldgegenstände und Devisen retten und bis Auschwitz bringen... Nachdem der letzte Goldzahn herausgebrochen ist, kommen die Leichen zum Einäscherungskommando. Jeweils drei werden auf ein Schiebewerk aus Stahllamellen gelegt. Die schweren Eisentüren öffnen sich automatisch. Innerhalb von zwanzig Minuten sind die Leichen verbrannt. In einem Krematorium stehen fünfzehn Öfen, und es gab vier solche nahezu gleichgroße Krematorien. Das bedeutet, daß täglich einige tausend Menschen verbrannt werden können. » ... welches fett hat den rauchfang verschmiert Quelle: Robert Merle, "Der Tod ist mein Beruf", 1952, Roman auf der Grundlage der Tagebücher von Rudolf Höß, KZ-Kommandant von Auschwitz ... « Der scharfe Fettgeruch wurde stärker. Das Auto fuhr auf ein Gehölz zu, aus dem Wolken schwarzen Rauches aufstiegen. Kellner ließ den Wagen halten. Eine freundliche Lichtung tat sich vor uns auf. Im Hintergrund stieg vom Boden in etwa fünfzig Meter Breite dichter Rauch auf. In dem Rauch bewegten sich verschwommene Silhouetten von SS-Männern und Häftlingen. Zuweilen züngelten Flammen aus dem Boden, und die Silhouetten erschienen rot. Der Geruch war unerträglich. Wir kamen näher. Der Rauch und die Flammen kamen aus einem breiten Graben, in dem nackte Leichen beiderlei Geschlechts aufgeschichtet waren. Unter der Einwirkung der Flammen krümmten sich die Leichen und streckten sich wieder mit jähen Bewegungen, als ob sie lebendig wären. Ein Knistern von Gebratenem prasselte fortwährend mit unerhörter Stärke. Die hohen schwarzen Flammen ließen für Augenblicke ein helles, lebhaftes, unwirklicher rotes Licht aufflackern, das wie bengalisches Feuer aussah. In regelmäßigen Abständen hoben sich Klumpen nackter Leichen über den Rand des Grabens, und die Häftlinge des Sonderkommandos waren geschäftig um diese Klumpen bemüht. Der Rauch verbarg zum Teil ihre Bewegungen, aber von Zeit zu Zeit wurden von beiden Seiten und in der ganzen Länge des Grabens nackte Körper in die Luft geschleudert, leuchteten plötzlich auf und fielen ins Feuer zurück. In zehn Meter Entfernung von mir sah ich, wie ein Kapo den Kopf drehte und den Mund weit aufmachte, er schien einen Befehl zu brüllen, aber ich verstand nichts, das Knistern übertönte alles. Kellners Gesicht war vom Flammenschein rot beleuchtet. Er hielt sein Taschentuch vor die Nase. „Kommen Sie!.” brüllte er, den Mund fast an meinem Ohr. Ich folgte ihm. Er führte mich an das äußerste Ende des Grabens. Ungefähr drei Meter unter mir brodelte in einem Behälter, der zwischen den Grabenwänden eingebaut war, eine dicke Flüssigkeit. Seine Oberfläche warf ständig Blasen, und ein übelriechender Geruch stieg daraus empor. Ein Häftling ließ an einem Strick einen Eimer hinunter, schöpfte aus der Flüssigkeit und zog den Eimer wieder hoch. „Fett!” schrie mir Kellner ins Ohr. » ... ... « „Sie müssen wissen”, fuhr er fort, „daß im Anfang die Verbrennung durch die ungeheure Menge Fett behindert wurde, die sich von den Leichen absonderte. Ich suchte eine Lösung...”, er lächelte verbindlich, „und ich fand sie. Ich mache den Graben abschüssig, lege Abflußrinnen und sammle das Fett in einem Behälter.” Ich sagte: „Standartenführer, die Häftlinge, die das Fett mit Eimern schöpften...” Er zeigte ein leicht triumphierendes Lächeln. „Ganz richtig.” Er legte beide Hände flach auf den Tisch und sah mich pfiffig an. „Sie besprengen damit die Leichen. Das ist der ganze Trick. Ich besprenge die Leichen mit einem Teil des Fetts, das sie abgeben...Warum?” Er hob die rechte Hand. „Viel Fett behindert die Verbrennung, aber ein wenig Fett regt sie an. Bei Regenwetter zum Beispiel ist die Besprengung wertvoll.” » ... Quelle: august der schäfer, website, dj köln |